
Ko Hai, auch Ko Ngai, genannt, ist eine kleine, 5 Quadratkilometer große Insel in der Provinz Trang. Die Insel hat in etwa die Form eines Pfeils, dessen Spitze nach Norden zeigt. Im Inselinneren befinden sich mit dichtem Regenwald überzogene Hügeln in welchem sich alle Arten von Vögeln, u. a. auch Nashornvögel, beobachten lassen.
Der palmengesäumte, aus weißem Sand bestehende, Hauptstrand von Ko Hai zieht sich am Fuße der Hügel entlang der Ostküste und bietet grandiose Ausblicke auf die vorgelagerten kleinen Inseln, sowie auf Ko Mook. Die Westküste von Ko Hai ist wesentlich schroffer und nicht jede Bucht, bzw. jeder Strand, lädt zu Baden ein. Sie kann entweder per Boot oder über schmale Wege durch den Dschungel erreicht werden. Dafür sollte man sich jedoch am Besten in einer der Unterkünfte eine Karte geben lassen, denn die Pfade sind nicht einfach zu finden.
Entlang der Ostküste zieht sich ein Riff, an dem es sich toll Schnorcheln lässt. Hier kann man von Muränen über Feuerfische bis hin zu Seeschlangen einiges zu Gesicht bekommen. Das einzige was den Schnorchelspass trüben kann ist die teilweise schlechte Sicht.
Bislang gibt es auf Ko Hai eine einzige Tauchschule, die Rainbow Divers, die im Ko Hai Fantasy Resort ihre Basis aufgeschlagen hat. Diese wird von einem deutschen Paar betrieben und hat von November bis April geöffnet
Von Bangkok aus ist Trang am bequemsten und schnellsten mit dem Flugzeug zu erreichen. Aktuell wird Trang nur von NOK Air, einer 100% igen Tochter von Thai Airways, angeflogen. Natürlich kann man auch mit Bus oder Bahn anreisen, was mit einem ungleich höheren Aufwand an Zeit verbunden ist. Von den beiden letztgenannten Alternativen dürfte der Nachtzug die bequemere Möglichkeit sein.
Von Trang aus, geht es weiter zum Pak Meng Pier. Öffentliche Minibusse fahren stündlich ab der Station in der Nähe des Bahnhofs ab und benötigen eine gute ¾ Stunde zum Pier. Von dort aus kann man dann je nach Vorliebe oder Geldbeutel mit Speed- oder Longtailbooten nach Ko Hai weiterfahren. Mit dem Longtail ist man ca. 60 Minuten unterwegs; mit dem Speedboat nur knapp 15. Wer später am Tag ankommt sollte sich unbedingt schon im voraus um ein Longtailboot kümmern, das man es sonst möglicherweise nicht auf die Insel schafft.
Das Thapwarin Resort befindet sich an der Nordöstlichen Spitze von Ko Hai und liegt direkt am Palmengesäumten weißen Strand vor Dschungelbewachsenen Hügeln. Seinen besonderen Charme erhält es durch die konsequente Verwendung von Naturmaterialien. Alle Bungalows und teilweise auch die Betten, bestehen aus Bambus oder Palmenholz. Die Dächer bestehen aus gebündelten Palmwedeln. Die Zimmer sind relativ spartanisch eingerichtet und besonderen Luxus darf man nicht erwarten. Die Beachfront Cottages und Villas sind mit Klimaanlagen ausgestattet, die restlichen Bungalows haben Fan. Bei allen Bungalows befindet sich die Dusche außerhalb unter freiem Himmel in einem ummauerten Bereich. Neben einem überdachten Restaurant gibt es noch eine Rezeptionsgebäude und eine Open Air Bar.
Im November 2004 wollten wir unbedingt nach Ko Hai, da meine Schwester, die 1996 dort war so von dieser Insel vorgeschwärmt hatte. Im Netz stieß ich dann auf die Internetseite des Thapwarin Resort, welches relativ neu eröffnet hatte. Die Bilder sahen grandios aus und uns war gleich klar, dass wir dort für 4 Nächte bleiben wollten. Damals gab es lediglich Garden Cottages, Seaview Cottages und ein oder zwei Beach Villas. Damals konnte man bei Reservierung über die Rainbow Divers noch ein paar Prozent herausschlagen, und so reservierten wir dort ein Seaview Cottage. Wir reisten mit dem Bus aus Krabi an und erreichten das Pak Meng Pier erst relativ spät. Außer uns befanden sich nur noch ein wenige Leute am Pier, zum Glück konnten wir noch mit dem Longtail eines Thai mitfahren, der noch Vorräte für sein Restaurant eingekauft hatte. Schon vom Boot aus waren wir von der Insel begeistert. Wir legten am südlichsten Zipfel des Hauptstrandes an und mussten die ca. 1,5km lange Strecke zum Thapwarin dann zu Fuß zurücklegen. Auf der gesamten Strecke gab es gerade mal 5 Bungalowanlagen und es waren nur wenig Menschen zu sehen. Eine unglaubliche Kulisse, solch ein Strand und kaum was los. Wir waren sofort begeistert ;-).
Das Thapwarin Resort sah ebenso gut aus, wie auf den Bildern und ich habe bisher kaum eine Anlage gesehen, die sich so passend und authentisch in die Umgebung einfügt. An der Rezeption wurden wir super freundlich empfangen und nach einem Begrüßungsdrink wurde uns unser Seaview Cottage vorgeführt. Trotz dass es innen relativ sehr spartanisch ausgestattet war, waren wir hin und weg, es hat einfach unglaublichen Charme.
Das im Preis enthaltene Frühstück war allerdings ein Witz: 2 Scheiben Toast, 1 Cafe, 1 O-Saft und ein klitzekleines bisschen Obst. Auch Leute mit weniger Appetit als ich wären da nicht unbedingt satt geworden. Ansonsten war das Essen dort sehr gut. Chicken with Cashew Nuts, das grüne Thai Curry, alles Bestens. Auch damals schon waren die Preise auf Ko Hai wesentlich höher als bisher an anderen Orten Thailands erlebt, allerdings noch durchaus im Rahmen des machbaren. Man ist halt erst einmal etwas geschockt, wenn man die Preise von anderswo in Thailand im Kopf hat. Die Belegschaft war unglaublich freundlich und nett und wir haben viel Gelacht und auch manch interessante Gespräch geführt. Kurzum, der Aufenthalt im Thapwarin Resort war ein absolutes Highlight, das uns noch lange nachging.
2 Jahre nach unserem ersten Besuch sollte es wieder das Thapwarin Resort werden. Diesmal planten wir für Ko Hai 5 volle Tage ein und buchten über einen Anbieter im Internet ein Seaview Cottage. Das war schon einmal die erste Veränderung: Bei vielen Thailandreisebüros kann man das Thapwarin Resort auf Ko Hai inzwischen buchen. Die nächste waren die neuen Bungalowkategorien. Wir kamen wieder ohne Reservierung am Pak Meng Pier an, jedoch wesentlich früher als beim letzten mal, da wir den 10:00 Uhr Flug von Bangkok nach Trang mit Nok Air genommen hatten. Am Pier lag das Speedboat des Thapwarin Resorts, mit dem wir dann auch innerhalb von einer ¼ Stunde zum Thapwarin Resort gelangten.
Die Veränderungen waren bereits vom Boot aus nicht zu übersehen. Der Strand wurde nun von einer ca. 70 cm hohen Holzpalisade gesäumt, die verhindern soll, dass bei stürmischer See, der Sand abgetragen wird. Was gleichzeitig ins Auge fiel, waren die neuen Bungalows sowohl von ihrem Aussehen, als auch von der stark angestiegenen Anzahl. Dagegen sah das nebenan liegende Coco Cottage Resort noch fast genauso aus wie vor 2 Jahren. Ebenfalls sehr auffallend war das nördlich vom Thapwarin in den hang gebaute, meiner Meinung nach charmelose, neue Resort namens Chateau Hill Resort.
An der Rezeption stellte sich heraus, dass es keine freien Seaview Cottages gab, weshalb wir ein kostenloses Upgrade in einen Beachfront Bungalow erhielten. Da sagten wir natürlich nicht nein. Selten eine grandiosere Aussicht vom Bett aus gehabt. Einziger (wenn auch sehr kleiner) Nachteil war, dass es der erste Bungalow neben dem Restaurant war. Der Beachfront Bungalow besteht ist recht geräumig und hat eine Klimaanlage. Der Eingang besteht aus zwei Schiebetüren direkt vor dem Bett. Am Kopfende des Bettes befindet sich ein nach hinten offenes Podest, welches als Schrank bzw. Ablage dient. Dahinter befindet sich das Waschbecken , zu dessen beiden Seiten es auf die Toilette bzw. ins Freiluftbad geht.
Das Frühstück ist üppiger geworden, als vor zwei Jahren, Es gibt jetzt auch Eier (gerührt oder gebraten) sowie eine Obstplatte. Kaffe wird beliebig oft nachgeschenkt. Ansonsten sind die Preise seit 04 für das Essen und trinken nochmals angestiegen, es hält sich jedoch noch in Grenzen. An einem Abend wurde die neu gebaute Open Air Bar eingeweiht, wofür eine Band aus Ko Lanta angekarrt wurde und es außerdem ein riesiges Seafood Buffet gab, wobei die Preise sehr gesalzen waren. Für einen wirklich kleinen Red Snapper wurden 500 Baht verlangt, das ist das 3 fache dessen was man anderswo für einen kleinen Snapper gezahlt hätte.
Für die 5 Tage hatten wir eine Essens- und Getränkerechnung von knapp 100 Euro. Wobei wir nicht jeden Mittag dort etwas gegessen haben und an einem Abend auch mal im Coco Cottage essen waren. Die Belegschaft war nach wie vor super freundlich und die Managerin hat sich sogar noch an mich erinnert.
Das Thapwarin Resort ist nach wie vor ein wundervolles Resort mit einer Menge Charme. Allerdings geht die Ausrichtung aller Resorts auf Ko Hai schon in Richtung Pauschaltourismus. Die Insel war im November 2006 zwar noch weit davon entfernt voll zu sein, dennoch war spürbar mehr los als noch im November 2004.
An vielen Orten auf der Insel wird gebaut und es kann davon ausgegangen werden, dass die Besucherzahlen jetzt rasanter als bisher ansteigen werden. Drum, wer Ko Hai nach ursprünglicher erleben will, sollte sich beeilen.